Ein Bericht von Pierre Feldmann, Präsident von Swiss Karate Tomokai.

Vom Freitag  4. Juli bis Montag 7. Juli fand in Luzern das schon bald traditionelle Karate Summercamp von Swiss Karate Tomokai statt.  Gegen einhundert Teilnehmer  hatten sich angemeldet. Es ist schön, wenn solche Anlässe so gut besucht werden. Viele der Teilnehmer hatten sich schon sehr früh angemeldet, um sicher zu sein einen Trainingsplatz zu ergattern.

Chefinstruktor Toni Romano scheute keine Mühe, ein anspruchsvolles und lehrreiches Programm zusammenzustellen. Das Thema dieses Jahres war die Vernetzung zwischen den einzelnen Katas aufzuzeigen und damit auch die Möglichkeiten des Austausches zwischen den einzelnen Formen klar zu machen. Tekki Nidan, Unsu, Enpi, Meikyo, Hangetsu, Goshu Shiho Dai, Kanku Sho, Sochin, Jion, Bassai Sho, Chinte, Jitte und Chinte, alle diese Katas haben irgendwo einen Zusammenhang, den es zu entdecken galt.

Unsere beiden Gasttrainer  Tokuhisa Takashi und Carlo Fugazza zeigten sich als Meister ihres Faches. Sie präsentierten diese Katas auf höchstem Niveau. Für viele war es sehr spannend, die dazugehörigen Katabunkais  zu erleben und umzusetzen. Beide verstehen es ausgezeichnet  Ästhetik und Funktion zu verbinden, um so den Teilnehmern aufzuzeigen,  dass Karate mehr als Kampfsport ist, hier kommt der Begriff Kampfkunst zum Zuge.

Tomokai Chefinstruktor Toni zeigte in seinen Trainings die Verbindungen zwischen diesen Katas auf. Ein anspruchsvolles Ziel, Toni verstand es jedoch ausgezeichnet, diese Zusammenhänge klar zu machen. Auch hier wieder spürt man die Kreativität die einen Chefinstruktor auszeichnet. Diese  Trainings sollen den Dojoleitern die verschiedenen  Möglichkeiten aufzeigen, um sie damit zu  motivieren selber kreativ zu werden.  Dies nennt man Trainingsgestaltung auf höchstem Niveau.

Pierre Feldmann  suchte die Verbindung von Tai Chi, Iaido und Karate, um  damit eine effiziente Selbstverteidigung  zu erarbeiten. Indem er als Basis Tekki Shodan/Nidan/Sandan  benutzte, konnte er aufzeigen, wie sich die festen Formen des Karate auflösen lassen, um  Ki  so zu steuern, dass  eine effiziente Energieübertragung entsteht, die aus der Verbindung von Hart zu weich herrührt.

Am Samstag und Sonntag gab es ein spezielles Cooldown: Yoga. Mit dem Bauchnabel die Knie berühren oder auf einem Bein stehend innerlich den Atem  spüren waren einige der Übungen, die die Teilnehmer erahnen liess, wie beweglich man sein könnte, wenn man nur ein wenig mehr geübt hätte. Auf jeden Fall war es sehr entspannend. Verkrampfte Muskeln lösten sich und Wohlbefinden hielt Einzug.

Beim Grillfest am Samstagabend trafen sich alle Teilnehmer  zum gemeinsamen Grillieren. Es war eine familiäre Stimmung, Episoden aus vergangenen Zeiten wurden aufgefrischt, es gab viel zu lachen, die Stimmung war super, man spürte, dass Tomokai eine Karatefamilie ist.

Am Montag waren Danprüfungen angesetzt. Teilnehmer mit ganz verschiedenen Voraussetzungen hatten sich angemeldet, die Spanne reichte von 16 Jahre bis 56 Jahre. Trotz dieser grossen Unterschiede war die Leistung aller Kandidaten sehr homogen. Es ist klar, dass ein junger Kandidat mehr athletische Fähigkeiten aufweist, als jemand der die 50 schon überschritten hat. Trotzdem gingen alle Teilnehmer an ihre Leistungsgrenzen und zeigten eine ausgezeichnete Leistung. Dass der eine oder andere aus lauter Nervosität  sich verhaspelte oder die Kata wie ein Schnellzug herunterratterte, ist nachvollziehbar.

Tomokai ist eine stilübergreifende Familie, deshalb gab es auch eine Kandidatin vom Shito Ryu. Diese Prüfung leitete Gion Honegger. Hier ging es um die Homologation eines Kinderdangrades zum Erwachsenendan.  Natasha Schweizer aus Bachenbülach  brachte eine sehr gute Leistung. Hier sah man die Trainingsqualität, die der Dojoleiter vermittelt und  es zeigt auf, dass man ohne weiteres Prüfungen mit verschiedenen Karatearten durchführen kann.

Montag war auch der Tag des Aufbruchs. Es macht sich jedes Mal ein wenig Wehmut breit. Alle waren der Meinung, dass das Camp noch weitergehen sollte. Toni Romano brachte es auf den Punkt: man soll aufhören, wenn es am Schönsten ist. Dem ist nichts mehr beizufügen.

Weitere Eindrücke und Bilder zum Camp können hier gefunden werden.